Das Warten auf einen Termin in der Long COVID Ambulanz
Sie als ratsuchender Patient und wir als Praxis, die sich momentan in Teilen organisatorisch neu erfindet, stecken in einem Dilemma: Die Wartezeit auf einen Termin in der Long COVID-Ambulanz – das gilt auch für ME/CFS-Patienten – muß überbrückt werden. Sie können nicht länger warten, die Zeit drängt, es muss Ihnen geholfen werden.
Die Wartezeit kann überaus sinnvoll überbrückt werden. Auf dem Klappentext des Buches ist vermerkt: „Mit der Therapie kann sofort begonnen werden.“
Auf geht’s: Wenn Ihre Diagnose „ME/CFS oder Long COVID“ gesichert ist, kann auf das Ausfüllen des Fragebogens verzichtet werden. Bestimmen Sie jetzt noch den Bell-Score (S. 74 – 77 meines Buches). Falls die Diagnose noch nicht gesichert ist, kommen Sie um die Lektüre der Seiten 61 bis 73 nicht herum.
Als nächstes steht die Blutentnahme an. Wenn bereits Laborwerte vorliegen – auch wenn diese etwas älter sind – tragen Sie die Werte ein. Wir haben dafür etwas Platz hinter jedem Laborparameter gelassen. Unabdingbar sind jedoch eine aktuelle Vollblutmineralanalyse (sog. große Paket / Profil 28 des Labor Biovis o.ä.) und die Bestimmung von Vit B12 und Vit D3.
Falls sich ein Mangel an Magnesium, Vitamin B12 und Vitamin D3 ergeben sollte, gehen Sie folgendermaßen vor: Den Magnesiummangel kurieren Sie mit 400 mg Magnesiumcitrat abends und zusätzlichem grünen Gemüse. Bei einem Vit B12 Mangel lassen Sie sich drei Ampullen Vit B12 spritzen. Bei einem Vit D3 Mangel sollte der Spiegel unbedingt auf 50 ng/ml entsprechend der Anweisung auf S. 236 f. meines Buches angehoben werden.
Als nächstes folgen einige Ratschläge zur Ernährung:
- Essen Sie keine Süßigkeiten mehr oder Speisen, die mit Haushaltszucker zubereitet worden sind.
- Bevorzugen Sie naturbelassene Lebensmittel und vermeiden Sie solche, die Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Emulgatoren, Geschmacksverstärker oder Süßstoffe enthalten.
- Verzehren Sie Kokosfett als besten Ketonkörper-Lieferanten, beginnend mit dreimal fünf Gramm. Steigern Sie die Dosis langsam, bis Sie eine Gesamtmenge in Gramm erreichen, die Ihrem Körpergewicht entspricht.
- Achten Sie auf die Zufuhr von zusätzlichen Ballaststoffen wie Leinsaat (frisch mahlen) mit Kokosraspeln und Weizenkleie o.ä. Ausreichend dazu trinken!
- Optimieren Sie Ihren Nachtschlaf, indem Sie die für Sie zutreffenden Hinweise auf S. 170 ff. befolgen.
- Formulieren Sie erste Pacingregeln, nachdem Sie die Seiten 239 ff. sorgsam studiert haben.
- Halten Sie unbedingt ein Mittagsschläfchen, eben eine Siesta, wie auf der Seite 169 f. beschrieben.
- Gewöhnen Sie sich ganz langsam an die Kälte unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen, auf die ich ab S. 184 immer wieder hinweise. Der einfachste Weg besteht darin, nach dem Duschen den Thermostat ganz langsam auf Kalt zu drehen. Und zwar im Beisein einer Bezugsperson. Nochmals: Seien Sie achtsam und bedenken Sie, daß Kälteanwendungen einen sehr positiven Einfluß auf die Mitochondrien haben.
- Beginnen Sie mit den Atemübungen, am besten unter Anleitung einer Atemtherapeutin. Eine Verordnung stellt Ihnen möglicherweise Ihr Hausarzt aus. Der Fatigatio e.V. Berlin hat eine diesbezügliche Broschüre herausgegeben. Lesenswert!
- Visualisierungen spielen bei vielen Therapeuten rund um den Globus eine ganz wichtige Rolle. Lesen Sie diesbezüglich die Seiten 275 ff. und erstellen Sie ein inneres Bild, und formulieren Sie einen Zielsatz. Praktizieren Sie diese Techniken mehrmals am Tag!
Jetzt verfügen Sie über einen Therapieleitfaden, mit dem Sie sofort beginnen können. Ich wünsche Ihnen gute Besserung und hoffe, daß wir für unser eingangs beschriebenes Dilemma eine gute Lösung gefunden haben.
