Newsletter vom 26.06.2026

Drei Meldungen aus Forschung und Versorgung – mit dem Blick auf die Behandlung.

Mit Wissen zu mehr Energie

Newsletter von Dr. med. Martin Noelke · Ausgabe 26. Juni 2026

Was sich bewegt – und was es für die Behandlung bedeutet

Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe für Sie gesichtet, was sich in Forschung und Versorgung tut – mit dem Blick, der mir am wichtigsten ist: Was bedeutet das für die Therapie? Drei Meldungen fand ich diesmal berichtenswert. Wie immer teile ich nur, was sich belegen lässt – mit den nötigen Einschränkungen.

Forschungspolitik

Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen: erste Förderrichtlinie veröffentlicht

Anfang Juni 2026 ist die erste Förderrichtlinie der „Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ erschienen. Für die Jahre 2026 bis 2035 stehen insgesamt 500 Millionen Euro bereit, um klinische Studien zu Diagnose und Behandlung postinfektiöser Erkrankungen wie Long COVID und ME/CFS zu fördern. Das ist Geld, das gezielt der Therapieforschung zugutekommen soll. Ein neues Medikament entsteht daraus nicht über Nacht – aber es schafft die Grundlage, auf der wirksame Behandlungen erst entwickelt werden können.

Zur Mitteilung des Bundesforschungsministeriums →


Therapieforschung

Welche Therapien gerade in Deutschland erprobt werden

Ein verständlicher deutschsprachiger Überblick fasst zusammen, woran an der Charité und anderswo geforscht wird: an Medikamenten, die fehlgeleitete Autoantikörper bekämpfen (etwa Inebilizumab), am Herzmedikament Vericiguat (VERI-LONG-Studie), an der hyperbaren Sauerstofftherapie sowie an der Immunadsorption, bei der Autoantikörper aus dem Blut gefiltert werden.

Wichtig zur Einordnung: Vieles befindet sich noch in der Studienphase. Bei der Immunadsorption etwa ließ die Wirkung nach rund sechs Monaten wieder nach. Aber die Richtung – Autoantikörper als Angriffspunkt – verdichtet sich über mehrere Ansätze hinweg.

Zum Überblick auf der Long COVID-Plattform →


Therapieforschung · international

Daratumumab: ein Antikörper gegen die Antikörper-Produzenten

Eine norwegische Arbeitsgruppe um Øystein Fluge und Olav Mella hat den Wirkstoff Daratumumab bei ME/CFS untersucht – ein Antikörper, der gezielt Plasmazellen angreift, also jene Zellen, die (Auto-)Antikörper herstellen. In der kleinen Pilotstudie mit zehn schwerer betroffenen Patientinnen besserten sich sechs unter der Behandlung, begleitet von einem vorübergehenden Absinken der IgG-Antikörper. Auch das passt zur Annahme, dass fehlgeleitete Autoantikörper beteiligt sind.

Wichtig zur Einordnung: Das war eine offene Pilotstudie ohne Kontrollgruppe mit nur zehn Personen. Belastbare Aussagen sind erst nach größeren, kontrollierten Studien möglich. Die Richtung ist interessant – mehr noch nicht.

Zur Pilotstudie in Frontiers in Medicine (englischsprachig) →

„ME/CFS und Long COVID sind keine Einbildung – sie sind organisch begründbar.“ — Dr. med. Martin Noelke

Wenn Sie tiefer einsteigen möchten: In meinem Buch „Die chronische Erschöpfung – Ärztlicher Rat und Therapie bei ME/CFS und Long COVID“ ordne ich Forschung und Praxis zu einem multimodalen Therapiekonzept – sachlich, mit Quellen und ohne Heilversprechen.

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Sie sind nicht allein. Es wird geforscht.

Herzlich
Ihr Dr. med. Martin Noelke

Dieser Newsletter dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Er enthält keine Heilversprechen. Besprechen Sie therapeutische Schritte bitte mit einer ärztlichen Fachperson.

Dr. med. Martin Noelke · Am Hohen Tor 12 · 35315 Homberg (Ohm)
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